Vom 27. November bis zum 4. Dezember 2025 fand das erste Building Bridges-Projekt in Berlin statt, welches Jugendliche aus Berlin, Israel und Polen erstmals seit dem 7. Oktober 2023 wieder zusammenbrachte. Building Bridges-Projekte finden seit 2022 mit SchülerInnen der Reinhold-Burger-Schule und der Max-Bill-Schule und seit 2025 zudem mit dem Künstlerkollektiv “polymat berlin” statt.
Acht Tage lang erlebten die Teilnehmenden des deutsch-polnisch-israelisch-arabischen Jugendaustausches ein vielfältiges Programm unter dem Motto „Let´s talk about Identity“, das Begegnung, Lernen und Kreativität miteinander verband.
Am ersten Abend in der Jugendherberge am Wannsee stand das Kennenlernen im Mittelpunkt – die Grundlage für eine Woche voller intensiver Gespräche.
Schon am zweiten Tag ging es um das Thema Identität: In interaktiven Workshops bei 7xJung diskutierten die Jugendlichen, was sie ausmacht und wie kulturelle Unterschiede bereichern können.
Ein bewegender Höhepunkt war der Besuch der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte führte zu tiefsinnigen Gesprächen über historische Verantwortung, heutiges Zusammenleben und Frieden.
Im Bundestag kam es mit den deutschen, polnischen, israelischen und arabischen Jugendlichen zu einer hitzigen Diskussion bei einem Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Falko Droßmann über die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland – ein Thema, das nicht nur die deutschen Jugendlichen während des Austauschs sehr beschäftigte.
Besonders eindrucksvoll während des Jugendaustauschs war die gemeinsame Arbeit an der mehrtägigen Performance „EMBASSY OF PEACE”, die als fiktiver Ort mit symbolischer Immunität unter dem Motto “How do you get to know yourself” konzipiert war: Hier zählte nicht Herkunft, Religion oder Geschichte, sondern der Mensch im Hier und Jetzt. In künstlerisch gestalteten Räumen wie dem Compassion Room, der Gallery of Reflection oder dem Room of Empathy erlebten die Teilnehmenden durch performative Settings und gemeinsame Aktionen Selbstreflexion, Empathie und respektvolle Begegnung.
Unterschiede und Irritationen wurden dabei nicht ausgeblendet, sondern bewusst durchlebt. Die Jugendlichen lernten, Fragen zu stellen, zuzuhören und einander zu verstehen – und konnten erfahren, dass echter Respekt im Dialog entsteht.
Am Ende der Performance erhielten alle einen symbolischen Pass, den „Peace Port“. Er steht für die Verantwortung, die gemachten Erfahrungen in den Alltag zu tragen und aktiv zu einem friedlichen Miteinander beizutragen.
„EMBASSY OF PEACE“ zeigt: Frieden beginnt im Kleinen – durch Begegnung, Offenheit und die Kraft der Kunst, Brücken zwischen Menschen zu bauen.
Neben den ernsten und intensiven Auseinandersetzungen gab es aber auch Raum für Kultur und Gemeinschaft:
Spaziergänge über Berliner Weihnachtsmärkte, eine historische Stadtführung, ein Besuch im Jüdischen Museum und kulinarische Erlebnisse im israelisch-palästinensischen Restaurant „Kanaan“ – was zum gemeinsamen Tanzen zu israelischen und arabischen Hits führte, sorgten für lebendige Eindrücke bei allen vier Kulturen.
Der Austausch endete mit einer von den deutschen Teilnehmenden organisierten Abschlussparty in einem Jugendclub in Pankow, in der die
Teilnehmenden ihre Erfahrungen teilten. Viele betonten, wie wichtig persönliche
Begegnungen für das Verständnis zwischen Kulturen sind. Neue Freundschaften
sind entstanden, und der Wunsch nach weiteren Projekten ist groß. Der
Jugendaustausch hat gezeigt: Dialog und gemeinsames Erleben sind Schlüssel für eine friedliche Welt.
Die Building Bridges Reise soll weitergehen: Ein Gegenbesuch in Polen und Israel ist für 2026 und 2027 geplant.











